Fachliche
Orientierungen
Rahmenbedingungen für Wachstum gestalten
In der Jugendhilfe geht es fast immer um Prozesse, die mit Wachstum zu tun haben. Persönliches Wachstum von Eltern, Kindern und Jugendlichen, aber auch von uns Fachkräften selbst. In vielen Prozessen sind wir mit unserer ganzen Persönlichkeit gefordert. Das Wachstum selbst vollzieht sich spontan. Als Träger der Jugendhilfe haben Sie die Chance, günstige Bedingungen aktiv zu gestalten. Ich unterstütze Sie dabei gern.
Fehler und Fehlerkultur
Wir alle machen Fehler. Fehler passieren aus den unterschiedlichsten Gründen. Fehler gehören zum Leben dazu. Fehlerfreundlichkeit ist leicht proklamiert, wird jedoch nicht immer gelebt. Aus der Analyse von gescheiterten Kinderschutz-Verläufen wissen wir, dass es meist nicht „der eine Fehler“ war, der als Ursache für das Scheitern im jeweiligen Einzelfall identifiziert werden kann. Es kommt also darauf an, mögliche Fehler nicht zu tabuisieren, sondern zu reflektieren und zu korrigieren. Wer Fehler erkennt, reflektiert und behebt, beweist Professionalität.
Transparenz, Mitwirkung
Weil der Kinderschutz regelmäßig durch Begrenzungen der Entscheidungskompetenz gekennzeichnet ist, ist vollständige Transparenz unverzichtbar. Einschränkungen der Entscheidungskompetenz müssen offen benannt werden. Sie sind auf das Unverzichtbare zu begrenzen und zeitlich zu befristen. Das Ziel muss sein, die vollständige Entscheidungskompetenz wieder zu erlangen. Eine solche Ausrichtung der Arbeit im Kinderschutz ist keine Garantie für Erfolg, allerdings eine unverzichtbare Voraussetzung.
Multiperspektivität
Soll Kinderschutz gelingen, sind viele unterschiedlichen Perspektiven zu beachten: der jeweiligen Familienmitglieder, der Fachkraft des ASD, der Fachkraft des Trägers, der Akteure in Schule und Kita... Mitunter sind spezifische Interessen der jeweiligen Organisation relevant. Gelingender Kinderschutz muss diese Perspektiven möglichst umfassend kennen, berücksichtigen und lösungsorientiert einbeziehen.
Herausforderungen, Stolperfallen
Im Laufe der Jahre habe ich viele mögliche „Stolperfallen“ kennengelernt, die wirksamen Kinderschutz erschweren und manchmal auch verhindern. Die Ursachen sind vielfältig. Sie können verschiedene Bereiche betreffen: Berufserfahrung, Strukturen, Methodenkompetenz, Anleitung, Auftragsklarheit, Analyse, gesetzliche Vorgaben und fachliche Standards, Störungen im Hilfesystem, fehlende Überprüfung von Hypothesen „Bestätigungsfehler“… Es ist wichtig, mögliche Stolperfallen zu (er)kennen und frühzeitig zu bearbeiten.
Unterscheidung vom
Gefährdung- und Leistungsbereich
Leistungs- und Gefährungsbereich können sich hinsichtlich der Arbeitsweise erheblich unterscheiden. Hier Freiwilligkeit und Orientierung an in Hilfeplangesprächen abgestimmten Zielen, dort verbindlich vereinbarter Schutzplan und Kontrollaufgaben. Durch die Betroffenen wird Letzteres regelmäßig als Zwang empfunden. Durch klare Abgrenzung der Bereiche, steigt die Chance zu einer belastbaren Kooperation zu kommen.
Auftrags- und Rollenklarheit
Wenn Unklarheiten hinsichtlich der Aufträge und Rollen bestehen, oder wenn "heimliche Aufträge" existieren, führt dies häufig nach einiger Zeit zu gravierenden Irritationen. Die Wirksamkeit der Hilfe kann ausbleiben und/oder die Zusammenarbeit scheitert in Gänze.
Diese Störungen können durch sensible Wahrnehmung und frühzeitige Klärung gut vermieden werden.
Datenschutz, fachliche und rechtliche Standards
Mit dem SGB VIII verfügen wir über eine fachlich und rechtlich ausgezeichnete Rahmensetzung für unser Handeln im Kinderschutz und in der Jugendhilfe insgesamt. Die konsequente Ausrichtung am Gesetz und seinen Kommentaren ist ein wichtige Baustein, eine rechtlich sichere und fachlich qualifizierte Praxis zu entwickeln.